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Interview


(c) Marco Kany, Saarbrücken

Energetische Sanierung mit Stil

Häufig wird der Außen­dämmung vorgeworfen, sie führe zu lang­weiliger Einheits­architektur. Doch Reinhard Schnee­weiß, Inhaber von SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN, zeigt, dass das eine das andere nicht ausschließt: Eine hoch­wertige ener­getische Sanierung mit EPS lässt sich sehr wohl ansprechend in Szene setzen. Der Energie­berater und Architekt stellt ein preis­gekröntes Projekt seines Büros vor, bei dem hohe Energie­einsparungen und eine optische Wieder­belebung der 50er Jahre Fassade stil­voll mit­einander ver­bunden wurden.


Bitte beschreiben Sie uns das Gebäude kurz.

Das Gebäude liegt in einer guten Wohn­gegend Saar­brückens. Es handelt sich um ein groß­zügiges Zwei­familien­haus in Hang­lage. Der Ursprung des in Massiv­bauweise gebauten Hauses geht wohl auf die Vorkriegs­zeit zurück, es hat jedoch im Krieg einige Schäden erlitten. In den 50er Jahren wurde das Haus wieder aufge­baut und erfuhr Ende der 60er Jahre eine ge­stalterische Trans­formation und Er­weiterung.

 

Was war das Ziel der Sanierung?

Dem Bau­herrn ging es um eine hoch­wertige ener­getische Sanierung, die zu­gleich die Optik des Ge­bäudes deutlich ver­bessert. Fenster und Haus­türen sollten zudem den modernen Standards des Einbruch­schutzes ange­passt werden. Die umfang­reiche ener­getische Sanierung umschloss die Außen­wände, Fenster sowie die Dach­terrasse. Die oberste Geschoss­decke war bereits saniert. Auch die Heizung war (leider) kurz vor unserer Beauf­tragung erneuert worden, so dass ein erneuter Aus­tausch zur Anpassung an die verringerte Heiz­leistung nicht wirt­schaftlich darstellbar war. Das Büro SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN hat die komplette ener­getische Sanierung geplant und hierfür die Bau­überwachung über­nommen.


(c) Marco Kany, Saarbrücken Das Zweifamilienhaus in Hanglage erstrahlt in neuem Glanz.

(c) Marco Kany, Saarbrücken Der Energiebedarf konnte um über 50 % gesenkt werden.

Welche Rolle spielt die Dämmung bei der energetischen Sanierung?

Die Außen­wand­dämmung ist ein wesentlicher Teil des Energie-­Gesamtkonzeptes. Gerade bei älteren Häusern stellt die Sanierung der Wand­flächen die eigentliche Energie­einsparquelle dar. Zudem ist die Sanierung der Wand­flächen in der Regel die wirt­schaftlichste Investition.

 

Wie wurde die ener­getische Sanierung ausge­führt?

Bei den Fenstern wurde der hohe Wärme­schutz in Kombination mit Einbruch­schutz durch Holz-Alu-Rahmen-Fenster mit 3-fach Verglasung realisiert. Der U-Wert der Fenster beträgt <0,95 W/(m²*K).

Die Außen­wände wurden mit 16 cm starken EPS-Dämmplatten der WLG 035 gedämmt. Zur Über­dämmung der Vor- und Rück­sprünge variierte die Dämmp­latten­stärke teilweise von 5 bis 20 cm. Besondere Heraus­forderung war die Über­dämmung von teil­weise älteren Wärme­dämm­verbund­systemen auf Teil­bereichen der Wand­flächen. Hierzu wurden Auszugs­versuche vorge­nommen, die die not­wendige Trag­fähigkeit in Ver­bindung mit einer durch­gehenden Dübelung er­brachten. Der Brand­schutz der Fassade wurde durch durch­gehende Brand­barrieren aus Mineral­wolle herge­stellt.

 


Warum haben Sie sich in diesem Fall für EPS als Dämm­material entschieden?

Es wurde eine alternative Aus­führung mit Mineral­wolle erwogen. Die Mehrkosten von etwa 10 % brachten beim Bau­herrn die Ent­scheidung für das EPS-System.


(c) Marco Kany, Saarbrücken Die unklaren Fassadenvor- und -rücksprünge wurden mithilfe des WDVS bereinigt und die Fassade so optisch beruhigt.

(c) Marco Kany, Saarbrücken Die roten Pfeiler zwischen den Fenstern sind ein echter Hingucker – und unterstützen die architektonische Gliederung des Gebäudes optisch.

Was muss bei der Planung und An­bringung von einer EPS-Dämmung beachtet werden?

Bei einem Wärme­dämm­verbund­sytem mit EPS-Dämm­platten sollte neben dem Unter­grund (trocken, eben, sauber, tragfähig) auch der Schall­schutz über­prüft werden, da er u. U. vers­chlechtert werden könnte. Je nach Gegeben­heiten müssen dann spezielle Platten bzw. ein anderes System gewählt werden. Ebenso ist das Thema des Brand­schutzes sauber zu planen und vor Ort zu kontrollieren. Beispiels­weise ist beim Aspekt der Brand­barrieren besondere Sorg­falt geboten.

Bei der An­bringung der EPS-­Platten ist es wichtig, Fugen zu vermeiden und auf die Eben­heit der ange­brachten Platten zu achten. Darüber hinaus spielt die Lage der Fugen hin­sichtlich der Bauteil­öffnungen bzw. der aus­reichende Platten­versatz unter­einander eine wichtige Rolle.


Wie be­werten Sie das Ergebnis?

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wurde sogar mit dem Deutschen Fassaden­preis 2013 in der Kategorie "ener­getische Fassaden­sanierung" gewürdigt. Auch der Bau­herr war mit unserer Leistung rundum zu­frieden.


Das Architekturbüro aus Saarbrücken ging zusammen mit der Malerfirma Daniel GmbH sehr respektvoll mit dem Charakter der 50er Jahre um und hat die Fassade optisch harmonisch neu gegliedert ohne den alten Charakter zu zerstören.

Urteil der Jury des Deutschen Fassadenpreises 2013




Über Reinhard Schneeweiß

Während seines Studiums der Archi­tektur an der TU Kaiser­lautern be­schäftigte sich Reinhard Schnee­weiß als wissen­schaftliche Hilfskraft im Fachgebiet Bauphysik erstmals mit energie­effizientem Bauen. Bereits damals sammelte er erste Er­fahrung bei der Umsetzung von Architektur­projekten. Im Anschluss an sein Studium war er in verschiedenen Architektur­büros in Köln und dem Saar­land beschäftigt, bis er 2007 sein eigenes Architektur­büro SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN in Saar­brücken gründete. Im gleichen Jahr begann er auch, als Energie­berater der Verbraucher­zentrale zu arbeiten. Seitdem hat das Büro, das im Wesent­lichen von seiner Frau Doris Schütz und ihm betrieben und je nach Auftrags­lage verstärkt wird, mit zahl­reichen Projekten auf sich aufmerksam gemacht. Die Schwer­punkte des Büros liegen auf energie­effizientem Bauen und Sanieren, barriere­freiem Bauen und denkmal­gerechter Sanierung, was zahl­reiche Auf­träge für das Welt­kultur­erbe Völklinger Hütte belegen. Reinhard Schnee­weiß ist zudem für die Programme des BAFA und der KfW für Wohn­häuser und Denkmal­gebäude zuge­lassen. Mehr Infos: www.schneeweiss-architekten.de

Darüber hinaus betreibt das Architektur­büro einen eigenen Blog zu aktuellen Themen: https:// blog.schneeweiss-architekten.de



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18.03.2022 13:08:15

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