mit-sicherheit-eps.de mit-sicherheit-eps.de

Was ist EPS?


Die Abkürzung EPS steht für “expandiertes Polystyrol” und beschreibt einen allgemein unter dem Markennamen “Styropor” bekannten Schaumstoff. Als Basis von EPS dient der Kohlenwasserstoff Styrol, der seit ca. 150 Jahren kommerziell verarbeitet wird, beispielsweise zum Kunststoff Polystyrol. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts wird Polystyrol zum Schaumstoff EPS expandiert und vielfältig eingesetzt.


Styropor besteht bis zu 98 % aus Luft

Den Rest bildet Polystyrol, das wie alle Kunststoffe aus Erdöl hergestellt wird. Beim Erhitzen des EPS-Granulats mit Wasserdampf bis zu seinem Erweichungspunkt bei 90°-100° Celsius verdampft das beigefügte Treibmittel und bläht dabei das Material auf. Die kleinen harten Polystyrolkugeln werden so auf das bis zu Fünfzigfache ihres ursprünglichen Volumens aufgeschäumt und in beliebige Formen, z. B. in Blöcke, verpresst. Aus den Blöcken lassen sich dann Dämmplatten schneiden.

Für die Anwendung im Gebäudebereich wird in Deutschland seit 2015 ausschließlich Polymer-FR als Flammschutzmittel hinzugegeben. Das für die Herstellung am häufigsten eingesetzte Treibmittel Pentan wird im Zuge der Verarbeitung und Lagerung abgebaut. Das verbleibende Zellgas ist Luft. EPS ist ungiftig und gesundheitlich unbedenklich.

Umwelt-Produktdeklaration. Industrieverband Hartschaum e. V. (IVH) /Institut Bauen und Umwelt e. V. (IBU), 2015 (* für Wände und Dächer, Angaben in Massen-%, ohne Treibmittel)

Graues EPS enthält gemahlenes Grafit und ist deutlich effizienter

Besonders effizientes EPS mit Grafit

In den letzten Jahren setzten sich zunehmend graue Dämmplatten aus grafithaltigem EPS durch. Das von Polystyrol umschlossene Grafit wirkt wie ein Spiegel, der Wärmestrahlung durch den Schaumstoff reduziert. Dadurch gestattet er im Vergleich zum weißen Styropor eine bis zu 20 % geringere Dämmdicke und bis zu 50 % Ressourceneinsparung bei gleicher Dämmwirkung.


EPS wird vor allem für Dämmung und Verpackung eingesetzt


Die Wärmedämmung von Gebäuden stellt mit circa 80 % den wichtigsten Anwendungsbereich von Polystyrol-Schaumstoffen in Deutschland dar.


Aufgrund der hohen Festigkeit, der guten Isoliereigenschaften und des niedrigen Gewichts dient weltweit über ein Drittel des produzierten EPS als Verpackungsmaterial.


EPS eignet sich auch zur Herstellung von Schutzhelmen und Rettungswesten sowie für Modellbau und Elektrotechnik.

Marktstudie Expandierbares Polystyrol - EPS (3. Auflage). Ceresana, 2017

EPS ist günstig, leicht zu verarbeiten, langlebig und effizient

Expandiertes Polystyrol ist sowohl als Material selbst wie auch in seiner Verarbeitung äußerst kostengünstig. Prinzipiell kann EPS in jede Form gepresst und danach einfach gefräst, gesägt oder mit einem Glühdraht ohne Kraftaufwand passgenau zugeschnitten werden. Schutzkleidung oder Masken sind nicht erforderlich. Aufgrund seines geringen Gewichts ist es darüber hinaus leicht zu transportieren.

Es weist außerdem eine geringe Wärmeleitfähigkeit von 0,032 - 0,040 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m²K)) auf. Dadurch ist sein Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) ebenfalls gering. Generell gilt: Je geringer die Wärmeleitfähigkeit des Stoffes, umso besser dämmt er, denn die Dämmwirkung ist höher, wenn weniger Wärme durch den Stoff geleitet wird.

So wird EPS in vielen verschiedenen Anwendungsbereichen bevorzugt, wo es um die Trennung zwischen kalt und warm geht – etwa bei Isolierungen, Verpackungen oder der Wärmedämmung von Gebäuden. Auch in den Punkten Druckfestigkeit, Stoßdämpfung und Feuchtigkeitsbeständigkeit schneidet EPS überdurchschnittlich gut ab. Außerdem ist es äußerst langlebig, weil nahezu unverrottbar und dennoch recyclingfähig.


EPS-Meilensteine: 80 Jahre kontinuierliche Innovation

In Ludwigshafen beginnt die Herstellung von Polystyrol.

1930

Die Innovation EPS (expandierbares Polystyrol) wird von den Forschern der BASF Fritz Stastny und Rudolf Gäth entwickelt.

1949

Der Schaumstoff EPS wird patentiert.

1951

EPS wird unter dem Markennamen “Styropor” auf der Kunststoffmesse in Düsseldorf vorgestellt.

1952

Styropor wird erstmals als Baustoff verwendet.

1954

Styropor wird erstmals in einem Wärmedämmverbundsystem eingesetzt.

1957

EPS wird mit Flammschutzmitteln ausgestattet.

1965

Die erste Wärmeschutzverordnung – Vorgänger der heutigen Energieeinsparverordnung – tritt in Kraft.

1977

Die Innovation “Neopor®” erzielt bei der Verwendung von deutlich weniger Rohstoff eine erheblich bessere Wärmedämmung.

1997

Die BASF stattet ihr Produktportfolio mit dem umweltfreundlichen Flammschutzmittel Polymer-FR aus.

2014

Mehr zum Thema



Unsere Partner

08.11.2018 13:49:12