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Energieberatung wird zu wenig genutzt

Nur etwa 40% der Hauseigentümer, die eine energetische Sanierung planen, wenden sich an einen Energieberater, so Ergebnisse einer aktuellen Studie der Bundesstelle für Energieeffizienz. Dabei ist gerade die Planung einer Sanierungsmaßnahme von entscheidender Bedeutung. Denn nur ein zertifizierter und unabhängiger Energieberater kann die Einsparpotenziale des Gebäudes richtig zuordnen und die passenden Maßnahmen individuell und als Teil eines ganzheitlichen Sanierungskonzepts empfehlen. Die aktuelle Markterhebung zeigt, welche Hemmnisse zu dieser schlechten Quote führen.


Ein unabhängiger Energieberater erstellt ein individuelles und ganzheitliches Sanierungskonzept.

Energiekostensenkung als wichtigstes Motiv für bauliche Maßnahmen

Die Markterhebung im Auftrag des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – Bundesstelle für Energieeffizienz (BFEE) bringt neue Erkenntnisse über Erwartung und Motivation von Nutzern unterschiedlicher Energiedienstleistungen. So wird das Thema Energieeffizienz prinzipiell von Eigentümern und Mietern mit einer durchschnittlichen Bewertung von knapp acht von zehn Punkten als wichtig eingestuft. Die Energiekostensenkung (50%) und die Umweltentlastung (17%) stellen für Hausbesitzer die beiden wichtigsten Motive für bauliche Maßnahmen dar.


Handwerker ist erster Ansprechpartner, nicht Energieberater

Als größtes Defizit deckt die Studie den Mangel an fundierten Informationen zum Nutzen einer Energieberatung auf: Nur 44% der Eigentümer nennen den Energieberater als Anlaufstelle für Fragen zur Energieeffizienz, 65% wenden sich an den Handwerker, 61% lediglich an Freunde, Bekannte oder Kollegen. Auch als Anbieter für Energiedienstleistungen sind Energieberater noch nicht weitläufig bekannt: Nur 49% der Hausbesitzer geben den Energieberater als eine ihnen bekannte Anlaufstelle für Energieberatungen an. 84% nennen Handwerker und Schornsteinfeger, 78% die Stadtwerke und Energieversorger und 70% die Verbraucherzentrale.

Dementsprechend haben 61% der befragten Hauseigentümer noch keine Energieberatung in Anspruch genommen und für 68% davon kommt dies auch in Zukunft nicht in Frage. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass 91% der Eigentümer, die bereits eine Energieberatung in Anspruch genommen haben, mit der Leistung zufrieden waren (57% "Ja, sehr", 34% "Ja, zum Teil"). Ist der Weg zum Energieberater also erst einmal geschafft, wird den Hausbesitzern auch der Mehrwert der Dienstleistung deutlich.

 

Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – Bundesstelle für Energieeffizienz (BFEE) Zu wenig Hausbesitzer wenden sich bei Fragen zur Energieeffizienz an den Energieberater.

Frank Junker fordert allgemeine Beratungspflicht

Kein Wunder also, dass Frank Junker, Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding, sogar eine allgemeine Beratungspflicht fordert. Ein großes Defizit der energetischen Gebäudesanierung sieht er darin, dass der Erstkontakt – ob mit Schornsteinfeger oder Heizungsbauer – meist darüber entscheidet, welche Maßnahmen durchgeführt werden, wie die Studie zeigt. Ein neutraler Energieberater betrachtet jedes Haus als komplexes Ganzes und empfiehlt sinnvolle Maßnahmen in abgestimmter Reihenfolge in einem sogenannten Sanierungsfahrplan. Welche Maßnahmen durchgeführt werden, bleibt dem Hausbesitzer überlassen, doch der Energieberater kann wie kein anderer einen Überblick über alle möglichen Entscheidungswege geben. Zudem ist eine initiale und unabhängige Energieberatung vor Beginn der Baumaßnahmen Voraussetzung für den Erhalt staatlicher Fördergelder.





Der Markt für Energie­beratungen – Ergebnis einer Markt­erhebung



Gründe für Hausbesitzer, sich nicht an Energieberater zu wenden, könnten laut der Autoren neben dem mangelnden Wissen über die Leistungen eines Energieberaters auch ein fehlendes Problembewusstsein bei den Hausbesitzern und ungenügende Transparenz der verschiedenen Energieberatungsformen sein. Auch die sich oft ändernden Förderprogramme und energiepolitischen Gesetze könnten zu Verunsicherung führen. Nicht zuletzt spielt die unzureichende Qualitätssicherung für Energieberatungen im ungeförderten Bereich eine Rolle.


Das A und O: unabhängige Beratung

Doch auch wenn der Informationsstand im Allgemeinen noch lückenhaft ist, sind sich die meisten Eigentümer einig: 72% der Befragten sind der Meinung, dass die Beratung durch den Energieberater als eine zweite Meinung von der Umsetzung der Maßnahmen unabhängig sein sollte. 70% ist es außerdem wichtig, dass die Beratung unabhängig von finanziellen Eigeninteressen ist. Aufgrund der Tatsache, dass die Berufsbezeichnung "Energieberater" nicht geschützt ist, sollten Hausbesitzer bei der Auswahl eines Energieeffizienz-Experten besonders darauf achten, dass dieser unabhängig und in der Lage ist, neutral zu beraten. Am sichersten gelingt dies, wenn sich Interessenten an die in der Online-Datenbank von BMWi, KfW und BAFA in Kooperation mit der dena gelisteten Energieberater halten.

Bei einer umfassenden Sanierung ist die objektive Beratung durch einen zertifizierten Energieberater unerlässlich.

Frank Junker, Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding



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19.10.2019 09:58:18