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EPS und Sicherheit


Dem Brandschutz von Gebäuden gilt sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung von Bestandsgebäuden in Deutschland hohe Aufmerksamkeit. Vor allem für Fassadensysteme bestehen strenge Sicherheitsstandards zum Schutz vor Feuer. Trotzdem wurde in diesem Zusammenhang in letzter Zeit häufig über EPS-Fassaden diskutiert. Gleichzeitig ist Brandschutz ein komplexes Thema, das viele Aspekte umfasst und ganzheitlich betrachtet werden muss, um alle Risikofaktoren analysieren und bewerten zu können. Das FSDE will Fakten zur sachlichen Einschätzung von Brandrisiken durch Fassadensysteme mit EPS liefern und im Dialog mit den Partnern die kontinuierliche Verbesserung des Schutzes vorantreiben.


Wann brennt eine EPS-Fassade?

Generell gilt, dass Fassaden nur sehr schwer in Brand geraten. Tatsächlich bedarf es hierzu starker Brände, die über längere Zeit auf die Fassade wirken. Was genau passieren muss, damit sich eine Fassade mit EPS entzündet, ist vom jeweiligen Wärmedämmverbundsystem (WDVS) abhängig sowie von dessen Verarbeitung an der Fassade. Die hohen baulichen Sicherheitsstandards in Deutschland, insbesondere beim Brandschutz, müssen daher immer eingehalten werden. Eine nach den anerkannten Regeln der Technik verbaute Wärmedämmung mit EPS und ausreichender Brandschutz sind also gut miteinander vereinbar.


Wärmedämmung mit EPS und Brandschutz gehen Hand in Hand

Wie kann es zu einem Fassadenbrand kommen?

Um die Rolle der Fassade in einem Brandfall richtig einordnen zu können, muss zunächst zwischen verschiedenen Brandszenarien unterschieden werden. Grundsätzlich können Brandherde sowohl im Inneren des Hauses entstehen (“Raumbrand”) als auch außerhalb des Hauses (“Sockelbrand”).


Im Innenbereich eines Hauses entstehende Brände

Die meisten Brände entstehen im Innern des Hauses. Defekte Kabel, alte Elektrogeräte oder einfach menschliches Fehlverhalten sind häufige Ursachen. Laut einer aktuellen Studie brechen in Finnland und Schweden neun von zehn Bränden im Inneren des Hauses aus, die wenigen Brandherde im Außenbereich haben ihren Ursprung meist auf dem Balkon. Schlagen Flammen vom Innenbereich des Hauses nach außen, so können sie nach einiger Zeit auch die Fassade entzünden.

Brände im Innenbereich des Hauses entstehen häufig durch defekte Elektrogeräte

Mülltonnen und Carport sollten in sicherem Abstand zur Fassade positioniert werden

Brandherde im Außenbereich

Brände im Außenbereich können durch in Brand geratene Carports, Mülltonnen oder Sperrmüll entstehen. Wichtig für einen effizienten Brandschutz ist deshalb vor allem, dass sich potenzielle Brandherde – unabhängig von der Beschaffenheit der Fassade – in sicherem Abstand zum Haus befinden. So reicht ein Brand nicht an die Fassade heran und ein Brandüberschlag von außen in das Gebäude kann vermieden werden.


Individuelle Regelungen je nach Gebäudehöhe

Unabhängig davon, ob ein starker Brand innen oder außen entsteht, gilt für Ein- und Zweifamilienhäuser: Wenn hoch schlagende Flammen eines Raum- oder Sockelbrands die Fassade erreicht haben, können sie den Dachstuhl entzünden. Das Fassadensystem ist dann nicht relevant. Entsteht der Brand drinnen, so breitet er sich in der Regel in den Räumen deutlich schneller aus als über die Fassade. Durch die kurzen Wege ins Freie können die Bewohner das Haus aber zügig verlassen.

Anders sieht die Brandausbreitung bei Mehrfamilienhäusern, die nach der Musterbauordnung (MBO) in die Gebäudeklasse 4 bis 5 fallen, und für Hochhäuser aus: Hier gelten strengere gesetzliche Regeln, die Sie weiter unten auf dieser Seite finden.


Strenge Qualitätskontrolle – was bedeutet das?

Alle bei Neubau und Sanierung verwendeten Baustoffe und Bauarten beziehungsweise Bausätze müssen geprüft und mit einem sogenannten “Verwendbarkeitsnachweis” versehen sein. Das gilt auch für Dämmsysteme, die aus mehreren Komponenten bestehen. Sie benötigen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) oder eine europäische technische Zulassung (ETA) mit zusätzlichem deutschen Anwendungsdokument. Neben ihrer technischen Funktion haben alle Bauprodukte klar definierte bauordnungsrechtliche Anforderungen zu erfüllen, so auch Dämmstoffe aus EPS. Sie müssen Vorgaben an ihre Brandsicherheit gerecht werden und unterliegen zudem einer regelmäßigen Überwachung durch zugelassene Prüfstellen.


Die Bauministerkonferenz bestätigt, dass entsprechend der Zulassung hergestellte WDVS mit Polystyrol-Dämmstoffen sicher sind.

Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt), 2015



Mit Grafit versetzte EPS-Dämmplatten

Technische Neuerungen für einen verbesserten Brandschutz

Seit Ende der 50er Jahre wurden Dämmsysteme und -materialien erheblich weiterentwickelt: Grafithaltiges graues EPS, das sich mehr und mehr im Markt etabliert, reflektiert Wärmestrahlung, hält die Wärme im Raum und hat daher eine noch höhere Dämmwirkung als das konventionelle weiße Material – dadurch lassen sich dünnere Platten verwenden. Dies erhöht nicht nur die Wirtschaftlichkeit und die Ökoeffizienz. Darüber hinaus hat die Reduktion des Materials um ca. 40 % gegenüber weißem EPS den Vorteil, dass bei gleicher Dämmqualität weniger Brandlast vorhanden ist.


Mehrfamilienhaus: Brandriegel schützen darunter- und darüberliegende Etagen

Brandriegel bestehen meist aus nicht brennbarer Steinwolle oder Mineralwolle. Bei mehrstöckigen Gebäuden umschließen die horizontal angebrachten Brandriegel jedes zweite Stockwerk der mit EPS gedämmten Fassade – man kann sie sich als “Schutzgürtel” ums Haus vorstellen. Die Barrieren behindern im Brandfall ein Ausbreiten der Flammen und stellen konstruktive Schutzmaßnahmen dar. Alternativ kann über Fenstern und Türen ein sogenannter “Sturzschutz” aus Mineralwolle ein Ausbreiten von Feuer verhindern.
Ausführlicheres zum Thema Brandriegel finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Brandschutzriegel. Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e. V. (VDPM), 2017 Brandriegel verhindern den Brandüberschlag über die Fassade

Neue Putzsysteme mit der Eigenschaft “schwer entflammbar”

Moderne Putzsysteme im Wärmedämm-Verbundsystem

Auch Putze und Putzsysteme werden in ihren Eigenschaften wie Feuerfestigkeit und Dicke stetig weiterentwickelt. Moderne Putzsysteme leisten schon heute nicht nur einen Beitrag zur Optik eines Gebäudes, sondern schützen zusätzlich vor Algenbefall und bewahren auch bei großen Temperaturunterschieden ihre notwendige Elastizität zum Schutz vor Rissen an der Fassade. Wichtig für einen zuverlässigen Brandschutz ist auch hier, dass Fachhandwerker “im System” bleiben, das heißt, konsequent die optimal aufeinander abgestimmten Materialien eines Wärmedämmverbundsystems – zu dem auch der Putz gehört – miteinander verarbeiten.


Brandprüfungen und Klassifizierungen

Die brandschutztechnischen Klassifizierungen von Dämmstoffen und Dämmsystemen werden häufig miteinander verwechselt. Entscheidend für die Betrachtung der Brandsicherheit von WDV-Systemen ist deren Zulassung und die damit verbundenen Tests und Überwachungen, die in Deutschland streng geregelt sind. EPS-Wärmedämmverbundsysteme, die bei höheren Gebäuden zum Einsatz kommen, werden nicht nur im Labor auf ihre Entflammbarkeit getestet, sondern müssen auch großen Fassadenbrand-Versuchen standhalten. Dabei werden WDVS-Produkte immer als komplette Dämmsysteme in normierten Prüfvorrichtungen untersucht, die “speziell auf die großflächige Anwendung der WDVS an Fassaden ausgerichtet sind” (Umweltbundesamt), und entsprechend klassifiziert sind. Nach der aktuellen europäischen Klassifizierung EN 13501-1 zählen Wärmedämmverbundsysteme mit EPS-Dämmplatten zur Kategorie “schwer entflammbar” (Klasse B-C).


Bundesfachabteilung Qualitätssicherung EPS-Hartschaum (BFA QS EPS). Industrieverband Hartschaum e. V. (IVH), 2017 Das BFA-Siegel steht für zusätzliche und freiwillige Qualitätssicherung

Weiterhin “schwer entflammbar” nach DIN

Unabhängig von der Klassifizierung kompletter WDVS-Produkte sind auch die EPS-Dämmplatten als Einzelkomponenten in Zulassungsprüfungen klassifiziert und ihre Produktion wird überwacht. Und auch hier greift die europäische Norm EN 13501-1, nach der EPS in Klasse E eingestuft ist. Bis vor Kurzem wurden EPS-Dämmplatten noch nach der deutschen DIN 4102-1 geprüft und als B1 “schwer entflammbar” gekennzeichnet. Um gerade in der Übergangsphase zwischen europäischer und deutscher Brandklassifizierung der Dämmplatte möglichst hohe Sicherheit zu gewährleisten, hat die Branche ein freiwilliges Qualitätssystem entwickelt. Es fordert und überwacht nach wie vor das Brandverhalten nach DIN 4102-1, zu dem auch der Einsatz von entsprechend überwachten Rohstoffen gehört. Damit bleibt der bisherige hohe Standard – “schwer entflammbar” – nach brandschutztechnischer Klassifizierung auch in Zukunft erhalten. Mehr Informationen zum Qualitätssiegel der Bundesfachabteilung Qualitätssicherung EPS-Hartschaum (BFA) finden Sie hier.


Gesetzliche Regelungen und Bestimmungen nach Gebäudeklassen

Die Anforderungen an das Brandverhalten für Baustoffe, Bauarten und Bauteile für Wände, Decken, Dächer und Außenwandbekleidungen sind in der Musterbauordnung (MBO) festgelegt und werden länderweise in den jeweiligen Landesbauordnungen der Bundesländer umgesetzt. Die Anforderungen unterscheiden sich dabei je nach Gebäudeklasse, an der das Dämmsystem eingesetzt wird. Je höher ein Gebäude, desto anspruchsvoller sind die Anforderungen an den Brandschutz. Ein kurzer Überblick, was bei der jeweiligen Gebäudeklasse zu beachten ist, verschafft Klarheit über die hohen deutschen Sicherheitsstandards.


Strenge Brandschutzvorschriften sorgen dafür, dass Fassadendämmsysteme sicher und dauerhaft als schwer entflammbare Fassade ausgeführt werden.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung aus Sicht der Bauforschung in einer Analyse vom August 2017 zur Brandsicherheit von Wärmedämmverbundsystemen auf EPS-Basis



Anforderungen an das Brandverhalten von Fassadenbekleidungen. Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM), 2016 * Höhe h ist hier das Maß zwischen der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist, über der Geländeoberfläche im Mittel (vgl. §2 MBO)

15,6 der ca. 19 Millionen Wohngebäude in Deutschland sind Ein- und Zweifamilienhäuser

Mit EPS gedämmte Ein- und Zweifamilienhäuser sind sicher

Ein- und Zweifamilienhäuser haben laut Musterbauordnung wenig Gefahrenpotenzial und benötigen daher lediglich “normal entflammbare” Außenwandbekleidungen – es ist jedoch praxisüblich, auch hier als “schwer entflammbar” klassifizierte Dämmsysteme einzusetzen. Brandriegel haben aufgrund der niedrigen Gebäudehöhe von Ein- und Zweifamilienhäusern nur eine geringe Wirksamkeit und sind daher im Allgemeinen nicht notwendig.


Für Mehrfamilienhäuser ab sieben Meter Höhe sind Brandriegel vorgeschrieben

Gemäß Musterbauordnung dürfen EPS-Dämmstoffe für Gebäude bis 22 Meter eingesetzt werden. Bei Häusern, deren Fußboden des obersten bewohnbaren Geschosses höher als sieben und unter 22 Meter liegt, muss die Außenwandbekleidung “mindestens schwer entflammbar” sein. Am wichtigsten ist hier, einen Brandüberschlag über mehr als eine Etage zu verhindern. Dazu werden schon seit vielen Jahren Brandriegel oder der sogenannte “Sturzschutz” über Bauwerksöffnungen wie etwa Fenstern eingesetzt. Durch die zunehmende Urbanisierung hat das Szenario einer Brandquelle vor dem Gebäude an Bedeutung gewonnen. Daher sind für den Neubau von Gebäuden in Höhe von 7-22 Metern seit Januar 2016 noch mehr Brandschutzmaßnahmen erforderlich, zum Beispiel in Form von weiteren Brandriegeln. Bei brennbaren Dächern wird zusätzlich ein Brandriegel als Abschluss des Dämmsystems unterhalb des Daches gefordert.


Hochhäuser werden in Deutschland nicht mit EPS gedämmt

Bei Hochhäusern, deren oberstes bewohnbares Geschoss in über 22 Metern Höhe beginnt, dürfen in Deutschland laut Muster-Hochhaus-Richtlinie generell nur “nicht brennbare” Außenwandbekleidungen verwendet werden.


Mediale Kritik und bauliche Wirklichkeit

Vor dem Hintergrund ihrer Materialeigenschaften und der Verarbeitung von Dämmstoffen in der Fassade erscheint das öffentliche Bild von EPS-Dämmsystemen schwer verständlich: Die meisten Hochhäuser, die in den letzten Jahren außerhalb von Deutschland in Brand gerieten und zu bisweilen emotionaler Berichterstattung in den Medien führten, waren mit Dämmsystemen völlig anderer Art ausgestattet – im Fall des Grenfell Towers im Juni 2017 in London beispielsweise mit einer sogenannten “vorgehängt hinterlüfteten Fassade”. Hier werden dem Gebäude Fassadenelemente vorgehängt, wodurch eine Luftschicht zwischen Fassadenelement und Dämmstoff entsteht. Die Luftschicht kann zu einem kritischen Kamineffekt auch bei nicht brennbaren Systemen führen, sodass diese Bauart besondere Anforderungen an die verwendeten Materialien stellt. Rückschlüsse auf das Brandverhalten von Wärmedämmverbundsystemen, in denen EPS in Kombination mit einem Putz bündig an der Fassade angebracht ist, sind daher nicht möglich. Die Bundesbauministerkonferenz kommt nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis, “dass entsprechend der Zulassung hergestellte WDVS mit Polystyrol-Dämmstoffen sicher sind”.


Expandiertes Polystyrol lässt sich auf der Baustelle einfach und präzise zuschneiden

Gesundheits- und Umweltrisiken

Für die Sicherheit eines Baustoffes spielen neben seiner Brandsicherheit auch gesundheitliche, umweltrelevante und Anforderungen des Arbeitsschutzes eine Rolle. Neben dem geringen spezifischen Gewicht gelten als Vorteile von EPS seine gute Hautverträglichkeit, die leichte Verarbeitbarkeit sowie die Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit und organischen Substanzen (wie etwa Schimmel). Bei der Verarbeitung von EPS auf der Baustelle entsteht beispielsweise kein gesundheitsschädlicher Abrieb und damit ist keine besondere Schutzkleidung erforderlich.

Aufgrund der niedrigen VOC-Emissionswerte (Volatile Organic Compounds, flüchtige organische Verbindungen wie z. B. Alkohole, Kohlenwasserstoffe oder Aldehyde) sind EPS-Dämmstoffe auch hervorragend für die Nutzung in Innenräumen geeignet.


EPS zählt zu den mit Abstand leichtesten sowie vielseitigsten und formbarsten Werk- und Baustoffen. Das spezifische Gewicht liegt je nach Ausführung im Allgemeinen zwischen 12 und 25 kg/m³. In vielen Anwendungen konnten Dichte und Dicke durch optimierte EPS-Typen weiter abgesenkt werden. So konnte durch graues, grafithaltiges EPS z. B. in Fassadensystemen das Gewicht der Dämmplatten um bis zu 40 % reduziert werden.

EPS ist nicht nur sehr leicht und unkompliziert zu montieren, es schont zudem die Gesundheit und sichert den Arbeitsschutz durch:

  • ein geringes Montagegewicht und dadurch angenehmes Handling; es ist leicht zu bewegen

  • keine Reizung von Haut und Atemwegen

  • sauberes und rückstandsfreies Bearbeiten durch Heißdrahtschneiden

  • kein Verletzungsrisiko durch scharfe Kanten oder Bruchteile

Auch das für Gewässerorganismen als gefährlich eingestufte Flammschutzmittel HBCD, das bereits 2015 durch das unbedenkliche Polymer-FR ersetzt wurde, stellt keine unmittelbare Gefahr dar: Es ist fest in die EPS-Platte gebunden, tritt nicht aus und wird auch nicht ausgewaschen.


Empfehlungen für Hausbesitzer

Brandschutz ist ein komplexes Thema, das es ganzheitlich zu betrachten gilt: Die Fassade ist dabei neben präventiven Maßnahmen ein Aspekt von vielen. Hier hat der Eigentümer die Möglichkeit, sich nach den brandschutztechnischen Mindestanforderungen nach jeweiliger Landesbauordnung zu richten oder darüber hinaus ein höheres Brandschutz-Niveau zu realisieren.

Qualifizierte Energieberater sowie die Berater der Verbraucherzentralen sind in der Regel gute Ansprechpartner für eine unabhängige Beratung, auch in Sachen Brandsicherheit. Doch auch dem Hauseigentümer selbst kommt beim vorbeugenden Brandschutz eine wichtige Rolle zu. So gilt es z. B., etwaige Brandlasten wie Mülltonnen oder Scheitholz nicht unmittelbar an der Fassade zu positionieren, ob diese nun gedämmt ist oder nicht. Fluchtwegplanung oder anlagentechnischer Brandschutz sind ebenfalls Aspekte, die es im Einzelfall zu betrachten gilt.

Auch indem Hausbesitzer selbst regelmäßig ihre Wärmedämmung sowie die aufgebrachte Putzschicht auf Schäden kontrollieren, leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit und Langlebigkeit ihrer Fassade. Die Putzschicht umschließt den eingebauten Dämmstoff vollständig und schützt ihn für einen gewissen Zeitraum (abhängig von der Brandlast) vor einer direkten Beflammung. Sollte die eigenhändige Kontrolle seiner Fassade dem Hausbesitzer zu aufwendig oder mühsam sein, kann er diese Aufgabe an einen qualifizierten Fachhandwerker (Maler, Fassadenbauer, Stuckateur) übertragen.

Jede Ausführung einer Fassadendämmung sollte man Profis überlassen. Nur qualifizierte Fachbetriebe verfügen über die nötige Erfahrung im Umgang mit den Systemkomponenten und deren fachgerechter Verbauung.



Fazit: EPS ist ein sicherer Dämmstoff

  • Die Brandsicherheit eines Gebäudes wird im Wesentlichen durch vorbeugenden Brandschutz bestimmt. Fluchtwege, Rauchwarnmelder und andere Faktoren sind hier wichtig.

  • Die Ausführung der Fassade ist für die Brandsicherheit von Ein- und Zweifamilienhäusern von nachrangiger Bedeutung.

  • Bei Häusern bis 22 m Höhe ist die brandschutztechnische Klassifizierung des gesamten verwendeten Wärmedämmverbundsystems für die Sicherheit entscheidend.

  • Hochhäuser (Gebäude über 22 m Höhe) werden in Deutschland nur mit nichtbrennbaren Materialien gedämmt.

  • Die heute zugelassenen WDVS sind laut der Bundesbauministerkonferenz sicher.

  • Der EPS-Dämmstoff selbst wird streng geprüft und ist als Baustoff ausdrücklich zugelassen.

  • Dämmstoffhersteller in Deutschland erfüllen weiterhin die Anforderungen, mit denen bisher nach DIN 4102-1 die Klassifizierung B1 “schwer entflammbar” erreicht wurde.

  • Effizientere Dämmstoffe wie graues EPS führen zu weniger Dämmstoff an der Fassade bei gleichbleibender Dämmleistung und reduzieren so die Brandlast.

  • Das bisherige Flammschutzmittel HBCD wurde in Deutschland bereits 2015 umfänglich durch das effiziente Polymer-FR ersetzt.

  • Die hohen baulichen Sicherheitsstandards in Deutschland sind mit denen vieler anderer Länder nur bedingt zu vergleichen.



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12.11.2018 17:22:24